Depressionen und Suizid
Suizidgedanken und -impulse (Suizid = lat. Selbsttötung) sind sehr häufige Symptome bei Depressionen und machen sie oft zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Menschen mit Depression erleben nicht nur großes Leid, sondern haben auch durch die Erkrankung jegliche Hoffnung verloren. Sie glauben nicht daran, dass ihnen geholfen werden kann und sich ihr Zustand je wieder bessert.
Wie erkennt man einen suizidalen Menschen?
Hinweise auf eine ernste Gefährdung sind große Hoffnungslosigkeit und Äußerungen wie:
„Es hat doch alles keinen Sinn mehr…“
„Irgendwann muss auch mal Schluss sein…“
„Es muss jetzt was passieren…“
Wie gehe ich mit einem suizidalen Menschen um?
Eine Suizidandrohung bzw. eine Ankündigung sich das Leben zu nehmen, ist ein Hilferuf.
Vorurteile, dass sich ein Mensch, der von Selbsttötung spricht, nichts antut, ist falsch!
Wenn der Hilfesuchende suizidale Äußerungen von sich gibt, ist es ein Hilferuf und er ist in großer Not. Wirkt eine betroffene Person plötzlich unerwartet entspannt, dann solltest du ebenso hellhörig werden. Menschen, die sich nach einigem Durchringen für einen Suizid entschieden haben, wirken oft ruhiger. Fragt nach!
Wenn du den Verdacht hegst, der Hilfesuchende ist suizidgefährdet, solltest du ihn ruhig und sachlich darauf ansprechen. Ein erstes Gespräch über solche Gedanken kann Entlastung verschaffen. Sei offen und ehrlich und sprich auch eigene Gefühle an (z. B. „Ich mache mir große Sorgen um dich und würde dir gerne dabei helfen, Hilfe zu organisieren“).
Verdeutlicht, dass ihr den Hilfesuchenden unterstützt (bspw. an professionelle Hilfseinrichtung vermittelt) und er sich euch anvertrauen kann. In der Gruppe kann dies auch der direkte Weg zum Arzt oder in die Klinik sein. Übernehmt Verantwortung und informiert den Notdienst. Bei konkreter Suizidgefahr muss umgehend die Polizei/ Feuerwehr informiert werden (bspw. bei Tabletteneinnahme). Bitte weist darauf hin, dass ihr gesetzlich dazu verpflichtet seid, Hilfe zu leisten und den Rettungsnotdienst unter 112 informiert.
Wichtige Kontaktstellen
Bevor ihr eure Sprechstunde startet, legt euch die Nummern der Not- und Krisendienste bereit.
Speichert sie in euren Handys ein, so dass ihr sie immer griffbereit habt.
Adressen und Rufnummern
Weitere Informationen für euch und Betroffene gibt es z. B. beim der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, die online unter deutsche-depressionshilfe.de zu erreichen ist.
- Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 rund um die Uhr
- Info-Telefon Depression: 0800 33 44 533
- Notruf: 112
- Polizei: 110
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016
- WEISSER RING e.V. – Opfertelefon: 116 006 (Das ist die Nummer für alle, die mit einer Straftat konfrontiert wurden.)
Häufigkeiten von Suizid*
In Deutschland versterben jährlich ca. 10.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Menschen als im Verkehr (ca. 3.500), durch Drogen (ca. 1.200) und durch AIDS (ca. 400) zu Tode kommen (Statistik 2015).

Suizidraten*
Die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 15 bis 20 mal so hoch. Zwei von drei Suiziden werden von Männern verübt. Insbesondere ältere Männer haben ein erhöhtes Risiko. Bei den Suizidversuchen sind hingegen junge Frauen gefährdet. Auch wenn die Suizidzahlen seit den 90er Jahren insgesamt abgenommen haben, ist Suizidprävention nach wie vor dringend notwendig.

Quellen: *Deutsche Depressionshilfe https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/suizidalitaet
Grafiken: Todesursachenstatistik, Statistisches Bundesamt, www.gbe-bund.de, Zugriff März 2023

Hier kannst du dir die Handreichung “Erste Hilfe in suizidalen Krisen” der Telefonseelsorge herunterladen:

Wenn du dich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, kannst du dir hier das Handbuch Suizidprävention der Telefonseelsorge herunterladen:
