Widerstand ist Schutz!
Widerstand ist das „Problem“ der SoberGuides, nicht der hilfesuchenden Personen. Denn, in erster Linie dient Widerstand dem Schutz. Es ist nicht eure Aufgabe Lösungen für die Hilfesuchenden zu finden und ihnen etwas vorzuschreiben. SoberGuides sollen ihnen helfen, ihre eigenen Antworten und Lösungswege zu finden. Dies ist der wesentliche Bestandteil der Selbsthilfe.
Widerstandsverhalten
- Argumentieren: Bestreiten, Abwerten, Feindseligkeit
- Unterbrechen
- Ablehnen: Schuldzuweisung, Ausreden, Bagatellisieren, Pessimismus
- Ignorieren: Unaufmerksamkeit, keine Antwort, Ablenken
Argumentieren, Unterbrechen, Ablehnen oder auch Ignoranz sind klassische Widerstandsverhalten.*
Widerstandsauslöser
Indem man…
- Warnt/Bedroht
- Moralisiert/Predigt
- Verurteilt/Kritisiert
- Befiehlt/Anweist/Kommandiert
- Streitet/Belehrt
- Ratschläge erteilt
erzeugt man Widerstand.
Widerstand begegnet uns häufig im Alltag. Widerstand kann in der Interaktion zwischen Hilfesuchenden und SoberGuides entstehen, weshalb er im Auftreten und Ausmaß prinzipiell beeinflussbar ist. Was für einen SoberGuide gute Argumente sind, ist für den Hilfesuchenden vielleicht nur Besserwisserei und das motiviert ihn eher nicht zur Verhaltensänderung.
Wie sollte man mit Widerstand umgehen?
- Widerstand ernst nehmen und bewusst machen, statt zu bekämpfen
- Beweisführungen und rechthaberische Aussagen vermeiden
- Spiegle das Verhalten und sprich die Emotionen an, z. B. “sie wirken sehr verärgert”
Quelle: Motivierende Gesprächsführung, Miller & Rollnick, 2015* in Adaption zur Suchtselbsthilfe
